Für die Freiheit der Farbe

Gegenüber der farblichen Standardisierung des Gewerbes gibt es noch Stimmen, die die Spontaneität der Farben, die willkürlich, unabhängig von wo oder wann sie angesehen werden, befürworten.

Kennen Sie das Gefühl? Sie kaufen sich Wäsche in einer Farbe und kommen nach Hause und merken, dass diese vollkommen anders ist als im Laden.

Was den Herstellern Kopfschmerzen bereitet ist für die niederländische Designerin Hella Jongerius eine durchaus positive, sogar außerordentliche Eigenschaft der Farben. Die Leiterin der Farbabteilung von Vitra befürwortet stark die Metamerie, was, anders gesagt, das identische Aussehen einer Farbe ist, das sich unter anderen Umständen wie eine Änderung des Lichts, des Blickwinkels oder sogar des Betrachters, ändert.

Die Laufbahn der Designerin dreht sich um die Farbfreiheit, sie hat ihre Forschung zur Verhaltensweise der Farben je nach dem Licht im Museum of London ausgestellt.

Immer gleiche oder flüchtige Farben?

Instabile Pigmente, die sich frei im gleichen Objekt unter der Morgensonne, mittags oder bei Sonnenuntergang vorfinden. Es handelt sich um ein Plädoyer, das feste Farben und Standards wegen der Angst, den Verbraucher zu enttäuschen, vorschreibt. Bei der Vorstellung von „Breathing Colors” (2017), sagte Jongerius „als Designerin wäre es schön Plastik, Lack und Farben mit Pigmenten zu benutzen, die intensive Farben bieten und die bei sich ändernden Lichtverhältnissen aufatmen lassen.“

Hella Jongerius: „Unsere Welt hat Farbmagerkeit. Meine Mission ist es, dies zu ändern”

Mit diesen Worten und ihrer Forschung möchte diese 56 Jahre alte Designerin sich gegen die farbliche Indoktrinierung aussprechen, die, wie sie behauptet, die farbliche Erziehung der Gesellschaft gegrenzt. In dem letzten Jahrzehnt haben sich ihre Forschung und Designs auf diese Freiheit der Farben konzentriert, um diese den Verbrauchern vorzustellen. Hella Jongerius ist sich jedoch bewusst, dass die großen Änderung schrittweise kommen und sie ergänzt: „ich bin nicht nur Designerin geworden, um schöne Sachen zu machen.“

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